Gedanken zum Epheserbrief - Teil 3

 

".....an die Heiligen, die in Ephesus sind und an die Gläubigen in Jesus Christus" (Eph 1,1)

 

Viel zu oft vernachlässigen wir die Einführungsverse in den neutestamentlichen Briefen. Hier gibt Paulus eine außergewöhnliche Beschreibung eines Christen. Die Briefe des Neuen Testamentes sind exklusiv an Christen adressiert und nicht für die Welt im allgemeinen. Hier betont Paulus unmissverständlich, dass er an normale Gemeindeglieder in Ephesus schreibt und daher gilt der Inhalt in diesem Brief auch für den heutigen Christen.

Die Tragik der heutigen Kirche ist, dass viele nicht genau wissen, was es bedeutet Christ zu sein und das Erste was Paulus hier unmissverständlich betont, dass Christen Heilige ( wortwörtlich ausgesondert, andersartig, einzigartig, getrennt von der Welt, nicht von dieser Welt) sind, wie Israel damals. Die Bibel kennt keine Sondergruppe von Menschen, die Heilige genannt werden, wie es eine Kirche praktiziert.

Nach der Bibel sind alle Gemeindeglieder Heilige. Man kann kein Christ sein, ohne heilig zu sein, und es ist nicht möglich, heilig und gläubig zu sein, ohne von der Welt abgesondert, getrennt zu sein.

Gerade wegen ihrer Andersartigkeit und ihrem Abgesondertsein waren die Christen des ersten Jahrhundert bereit zu sterben. Die heutigen christlichen Kirchen neigen dazu diese Andersartigkeit herunterzuspielen.

In Wirklichkeit müssen Christen überall erkennbar sein, in allen Lebens- und Berufsbeziehungen. Ihre Sprache, ihr Benehmen, Ihr Engagement, und ihre Lebenseinstellung und dieses muss unbedingt zu sehen und erlebbar sein. Warum? - Weil ein echter Christ von der Sünde befreit ist, er ist eine neue Kreatur mit einem neuen Geist, er ist dieser Welt nicht gleich, sein Sinn ist erneuert und er prüft ständig, was der Wille Gottes ist.

Paulus nennt die Gemeindeglieder Gläubige.

Ein Christ ist nicht nur ein netter, guter, moralischer und ethischer Mensch, sondern er ist Christ, weil er an die Wahrheit glaubt, offenbart in Jesus Christus, das Zentrum seines Lebens. Die Person Jesus Christus definiert sein Leben und ist seine Existenzberechtigung. Ferner bedeutete Christ, dass er seinen Glauben verteidigen und hochhalten wird, loyal dazu stehen wird und wenn nötig bereit ist dafür zu sterben.

Einen theoretischen Christen gibt es nicht. Die Praxis muss stimmen, denn Glauben ohne Werke ist tot.

Letztlich benutzt Paulus sein Lieblingswort, "in Christus Jesus". Der Heilige glaubt nicht nur an Christus, sondern ist auch wirklich in Christus, er ist mit Christus gekreuzigt, begraben, auferstanden und sitzt in der Himmelwelt in Christus Jesus. Das ist seine geistliche Erfahrung, davon ist er überzeugt, daran glaubt er fest. Wir dürfen loben und preisen dass "aus ihm aber kommt es, dass wir in Christus Jesus sind, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung, damit, wie geschrieben steht: wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn" (1. Kor.1,30-31)