Gedanken zum Epheserbrief - Teil 2

 

"Paulus, ein Apostel Jesu Christi" (Eph. 1;1)

 

Wie man sich vorstellt, bzw. wie man vorgestellt wird, sagt viel über die Identität, das Selbstbewusstsein und Selbstverständnis einen Menschen aus.

Hier sagt Paulus: Das ist wer und was ich bin.

In allen seinen Briefen stellt er sich in ähnlicher Weise vor.

Was immer Du von mir weißt, was immer Du von mir denkst, eins darfst Du nicht vergessen, ich gehöre Christus an. Paulus nennt sich einen Knecht, einen Diener, einen Botschafter Christi. Das sagt er nie aus Stolz, sondern voller Staunen, dass Christus ihn für würdig hielt, ein Apostel zu sein. Dass Christus ausgerechnet einen Mann wie ihn -und er beschreibt sich selbst als den schlimmsten Sünder und Gotteslästerer- dazu ausersehen hat, in dem Weinberg Gottes mitzuwirken. In Phil.3;7 sagt er "aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi Willen für Verlust gehalten, ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn Willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe, und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne".

Dafür war er bis an sein Lebensende sehr dankbar, sein Leben ist Christus, "ich lebe, jedoch nicht ich sondern Christus lebt sein Leben in mir“ (Gal.2:20). Die größte Freude Paulus war Jesus Christus, er wurde nie müde, über Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Gott zu reden, zu predigen.

"Die Liebe zu Christus drängt mich“ (2Kor.5:14). Mit allen diesen Aussagen wollte Paulus sagen, dass er Christus gehöre, er konnte mit seinem Leben nicht machen, was ihm gefiel. Er war Eigentum Christi und besaß nicht die Freiheit nach eigenem Belieben zu leben, ein solcher Gedanke wäre ihm fremd und unerträglich gewesen.

Wie sieht das bei mir und Dir aus? Empfinden wir genau so wie Paulus. Was ist unsere Identität, unser Selbstverständnis in Bezug auf Christus. Wenn unsere Umwelt uns reden hört, reden wir mehr über uns oder über Christus? Ohne zu Zögern möchte ich behaupten, dass ein Christ es nicht unterlassen kann, von Christus zu reden, d.h. wenn Christus sein Leben ist.

Vielleicht werden einige von uns einwenden, dass Christus sie nicht zum Apostel berufen hat. Aber in Joh. 8;12 und 9;5 sagt Jesus: "Ich bin das Licht der Welt“ und in Matt. 5;14 sagt er: "Ihr seid das Licht der Welt“, d.h. Du und ich, wir allein sind Licht in dieser Welt. Wie verstehen wir unsere Identität als Licht. Jesus gebietet uns Licht zu sein und fordert uns damit zu nichts Geringerem auf, als zu sein wie er. Und das ist ein Kompliment. Vor dem König Agrippa verteidigt Paulus seinen Auftrag als Apostel und schließt sein Zeugnis mit dem großartigen Selbstverständnis "ich war der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam“. Lies sein Zeugnis in Apg 26.

Könnten wir vor der Welt bezeugen, dass wir dem Auftrag Christi, Licht und Salz zu sein, nicht ungehorsam waren? Licht und Salz unterscheiden sich grundsätzlich von der Sache, für die sie gebraucht werden, sie erfüllen ihre Aufgaben eben dadurch, dass sie andersartig sind.

Dein Leben auf dem Prüfstand: Ein praktischer Test. Hast du ein Verlangen danach, Licht und Salz zu sein? Ist das ein brennendes Anliegen? Wie stark oder schwach strahlt dein Licht? Erfreut es Dich, staunst du darüber, dass Jesus dich für würdig hält, Licht und Salz zu sein? Ist Licht und Salz dein Selbstverständnis?

 

Gottes Segen beim Nachdenken