Gedanken zum Epheserbrief - 1. Teil

 

Der Epheserbrief ist ein Brief von allergrößter Bedeutung für die christliche Gemeinde und nicht zuletzt für den einzelnen Gläubigen.

Es herrscht allgemeine Übereinstimmung, dass dieser Brief den Gipfel neutestamentlichen Denkens bildet.

Als der Reformator John Knox im Sterben lag, ließ er sich immer wieder aus Calvins „Predigt über den Epheserbrief" vorlesen. Der englische Dichter und Kritiker Coleridge bezeichnete den Epheserbrief als „die göttlichste Komposition" die je ein Mensch geschrieben hat (W. Barclay).

"Paulus, Apostel Jesu Christi, durch Gottes Willen" (Eph.1:1). – hier haben wir es. Am Anfang macht Paulus unmissverständlich klar, dass Gott das Thema des Briefes ist, Gott Vater, die Quelle alle Offenbarungen.

"Am Anfang war Gott" (1. Mose 1:1).

Die Gottesvorstellung ist stets die entscheidende Frage für eine Gemeinde. Die Gottesanbetung einer Gemeinde steht oder fällt mit ihrer Auffassung von Gott. In der Ewigkeit wird es wohl offenbar werden, dass eine Gemeinde auf dem Niveau geblieben ist, auf dem auch ihre Gottesvorstellung war. „Das Aufschlussreichste an einer Gemeinde ist stets ihre Vorstellung von Gott, und ihre Botschaft ist gekennzeichnet von dem, was sie über Gott sagt, oder verschweigt und öfter ist das Schweigen beredter als alles Reden" (A W Tozer).

Die Bibel ist das Wort Gottes und unser Denken muss immer mit Gott beginnen. Die Botschaft des Briefes hat nur ein Ziel: Uns mit Demut vor Gott zu bringen, um unser Rechtsverhältnis zu diesem Gott zu erkennen.

Der Brief konfrontiert uns mit dem souveränen Willen Gottes, mit seinem ewigen Ratschluss, mit dem Reichtum seiner Gnade und lädt uns ein, das Geheimnis Gottes, das vom Anfang der Welt in Gott verborgen war, aber jetzt offenbart ist in Christus, nicht nur zu betrachten, zu loben und preisen und sich daran zu erfreuen, sondern vielmehr zum Ziel unserer Anbetung zu machen.

Götzendienst ist der größte Greuel in Gottes Augen. "Du sollst keinen anderen Gott vor mir haben!" Der Götzendiener baut seinen Gott selbst nach seiner Vorstellung und Einbildung. "da meinst du," sagt der Herr in Ps 50;21, "dass ich sei wie du?"

Das Wesen des Götzendienstes besteht im Festhalten an Gottesvorstellungen, die Gottes unwürdig sind.

Fragt man 10 Christen „wie ist Gott", werden vermutlich alle antworten: "Gott ist Liebe, gerecht, gütig, gnädig, barmherzig, etc.", aber bedeutet das, dass sie alle die gleiche Gottesvorstellung haben?

Stellt man die Frage anders, z.B. "darf ein Christ lügen, um Menschenleben zu retten", oder "warum stirbt ein Baby nach der Geburt", dann geben Christen (Fundamentalisten, Konservative, Liberale, Evangelikale...) widersprüchliche Antworten und verraten dabei Gottesvorstellungen, die unbiblisch und Gottes unwürdig sind. In Bezug auf unsere Gottesvorstellung und Äußerungen über Gott wäre die Erfahrung Hiobs für viele von uns sehr heilsam (siehe Hiob 42; 2-6).

Ich lade ein, Gottes Willen im Epheserbrief neu zu entdecken, "damit ihr untadelig und heilig vor ihm in Liebe wandelt." (Eph. 1; 4).


Euch Gottes reichen Segen!